ZDF-Phrasenschmiede

Den Titel kann man ruhig im (nicht-gegenderten) Doppelsinn verstehen.

Wenn Claus Kleber bezüglich Olaf Scholz von einer “hochnotpeinlichen Befragung” redet, stellt er sich dabei eine wirklich extrem peinliche Befragung und einen Finanzminister mit tiefroten Ohren1 vor, oder daß die Abgeordneten bei Herrn Scholz direkt die Folterinstrumente auspacken, ihm diese erst genüßlich vorführen, ihn dann auf die Streckbank legen und die Daumenschrauben anlegen, um seinem Gedächtnis mittels der verabreichten Pein auf die Sprünge zu helfen?

Als transatlantischer Brückenbauer ist Herr Kleber vermutlich in der Tat ein Anhänger von “erweiterten Verhörtechniken” (vulgo: Folter). Das erklärt dann auch wieso Meldungen rund um Julian Assange in geradezu speichelleckerischer Unterwürfigkeit gegenüber dem transatlantischen Big Brother auf derlei belanglose Facetten wie Folter nicht eingehen.

// Oliver

  1. wie beim zweiten Triell []
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Corona Pass

As could already be seen in other EU countries the restrictions are getting more and more ridiculous. The pressure for unvaccinated people is mounting.

This account of a Lithuanian man shows the absurdity of the rules once again and how much pressure they create at the individual level.

It’s fascinating to see and we should pay close attention to each step as the restrictions get honed more and more. How many of you out there had gotten the shot not so much because you were convinced by its medical benefits1 but by the social benefits one would have in certain places?

With the cancellation of gratis testing looming for several weeks now, I am sure some were compelled to get vaccinated, simply because they would be unable to afford testing at the required frequency to live a normal life.

But if you — like I — got the shots already, don’t think we’re off the hook. We may be for now. But booster shots are being pondered and the next mutation is probably just around the corner2. As soon as booster shots are available there will likely be an expiry on our vaccination status. So from then on it will be “get vaccinated” or “become ‘unvaccinated'”. And this could possibly happen annually or every six months.

And the fascinating thing is that it’s no sterile immunity one acquires with the vaccines. In fact no medical experts contests that. Yet, it is somehow no longer sufficient to wear the masks3 and keep distance. Somehow we need to push everyone into getting vaccinated.

In hindsight, a few decades from now, after capitalism has been overcome and if humanity survived the climate crisis which already seems to be rearing its ugly head, this may well turn out to be one of the biggest subsidy programs for the pharma industry in human history.

// Oliver

  1. Perhaps you would have wanted to wait for the usual longterm trials to finish? []
  2. Heck, the flu shots get changed every year in and attempt to adjust them to an ever-changing set of flu viruses []
  3. … which we have to still do anyway []
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Ich warte ja noch immer drauf …

… daß sich der Lachet die Maske vom Gesicht reißt und uns Hape Kerkeling entgegenschaut und erklärt er macht jetzt Kanzler.

So verschmitzt und unsympathisch wie Lachet immer wieder in Momenten des Triells lachte in denen er offenbar genug Selbstreflexion besaß, um zu merken, daß er unglaubwürdiges Zeug faselt, kann ich mir schon fast nichts anderes mehr vorstellen. Das ist doch mittlerweile nur noch Realsatire vom feinsten1.

Lachet laberte allen Ernstes davon man dürfe sich in Zukunft nicht “vom Markt” abhängig machen in Sachen Beschaffung von Masken usw. usf. Und offenbar entsann sich niemand aus der Redaktion oder dem Moderatorenteam, daß uns Lachet im Frühjahr 2020 noch groß und breit erklärt hatte warum Masken unsinnig seien (die schützten bekanntlich nicht den Träger selbst, sondern hauptsächlich andere). Eine asoziale2 Perspektive die man bei allen neoliberalen Wirrköpfen vermuten durfte und darf, denn die Rechnung auf Grundschulniveau, daß wenn alle Maske tragen man sich auch gegenseitig wirksam schützt, schien für Kanzlermaterial Lachet nicht eingängig genug zu sein. Schade, daß auch hier seitens der Moderatoren nicht nachgehakt wurde.

Andererseits sollte nach der Bevorzugung der Union durch deren Winkelzug3 im Hinterkopf behalten. Sie ist ja eher symptomatisch für das was beim ÖRR im Argen liegt, genau wie so manche “Berichterstattung” mit Tunnelblick.

// Oliver

  1. Nicht daß ich die anderen Kanzlerkandidaten für kompetenter oder allgemein fähig hielte. []
  2. Leider wird das Wort “asozial” ja heutzutage im Neusprech eher für sozial schwache Menschen benutzt anstatt bspw. für Steuerhinterzieher. []
  3. Gilt eigentlich die bundesweite 5%-Hürde für die CSU, sollte die in ihrem bundesweiten Ergebnis unter 5% rutschen? Bin eigentlich gegen diese Hürde, aber wäre mal lustig, wenn die Union ihre eigene Medizin zu schlucken bekäme. Denn dies alles dient natürlich der Verhinderung einer erneuten Machtergreifung durch Populisten ala Hitler. Zwinker-Smiley. []
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CDU/CSU

Es gibt immer was zu tun: jippiejaja-jippie-jippie-yeah!

🤫 In den letzten 40 Jahren war die NSDAP-Nachfolgepartei und deren Schwester in 32 Jahren an der Regierung beteiligt … nicht dem Lachet sagen! 🤭

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Geldwäche-Lachet!

Putzig wie sich Lachet als Vorsitzender einer NSDAP-Nachfolgepartei im Triell über die Durchsuchung der Staatsanwaltschaft im Finanzministerium der wandelnden Erinnerungslücke Scholz echauffierte. Wenn die Durchsuchung nicht dem Finanzministerium selbst galt, dann entspricht die Durchsuchung jener bei einem Hoster, bei dem ein Server eines Beschuldigten steht. Da ist es unredlich wie Lachet argumentierte. Die gespielte Empörung des Unsympathen Lachet verwundert aber auch weil Scholz mit seinen Erinnerungslücken doch ein würdiger Nachfolger von CDU-Größen wie Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble wäre … nur halt von der SPD. Nach behaupteten vier Legislaturperioden der Sozialdemokratisierung der CDU unter Angela Merkel, ist das doch eher ein Argument für Scholz, oder? 😉

Und SPD ist so verschieden von der CDU nun auch wieder nicht. Hier mal ein paar deutliche Parallelen:

  • Pro NATO ✔
  • Anti-Rußland ✔
  • Wertewestlich gut ✔
  • Vergeßliches Spitzenpersonal ✔
  • Lobbyistenfreundlich ✔
  • Grundrechteskeptisch ✔
  • Überwachungsfreundlich ✔
  • Lockdownfreundlich ✔
  • BFFs der Finanzindustrie ✔
  • Partei der Mitte ✔
  • Volkspartei ✔
  • Nicht christlich ✔
  • Nicht sozial ✔ (hier kann auch die Schwesterpartei der CDU punkten!)

Also ziert euch nicht so, ihr Parteien der demokratischen Mitte. Wenn wir eines brauchen ist es eine Politik “der Mitte” und mehr “weiter so”.

// Oliver

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Ich fühle mich getriggert

In der ZDF-Sendung “Schlagabtausch Vierkrampf” kommen vier Parteien zu Wort. Laut dem Moderatoren, Matthias Fornoff, innerhalb der ersten zweiten Minuten sind dies die anderen im Bundestag vertretenen Parteien.

Sie erleben den Meinungsstreit der anderen im Bundestag vertretenen Parteien, die keinen eigenen Kanzlerkandidaten stellen.

Hmm, was soll man davon halten? Mir ist so als ob da eine1 fehlt?! 🤨 …

Man weiß nicht genau welcher Fehler dem ZDF hier unterlaufen ist. Meinte Herr Fornoff eventuell die im Bundestag vertretenen Fraktionen? Dann wäre natürlich Die PARTEI nicht vertreten, weil Marco Bülow fraktionslos ist. Ergibt total Sinn. Aber in dem Fall gäbe man ja den Unions-Parteien überproportional viel Stimme, denn die waren im Triell am Vortag durch den Unsympathen Laschet bereits schon einmal vertreten.

Man weiß es nicht!

Aber es sind genau diese unabhängigen und souveränen Entscheidungen für die man den ÖRR nur loben kann. Gerade an solchen Entscheidungen zeigt sich, daß der ÖRR sich dem Pluralismus voll verschrieben hat, indem in Triell und Schlagabtausch ganze 6 (+1)2 von 53 zur Wahl zugelassenen Parteien zu Wort kommen. Vielen Dank dafür!

// Oliver

PS: ich hasse den Begriff “getriggert sein”, halte diesen für einen der sprachlichen Auswüchse welchen uns die Generation Beleidigt eingebrockt hat und habe diesen rein stilistisch im Titel untergebracht.

  1. Hinweis: ich bin Mitglied []
  2. … sofern man die außerhalb Bayerns nicht antretende CSU und die in Bayern nicht antretende CDU nicht in einen Topf werfen will, wie sie dies häufig selbst tun. []
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Peinlichkeit des Genderns

Nachdem sie bereits bei extra3 in kurzen Segmenten Kommentatoren aus den asozialen Netzwerken in Form von Gedichten antworten durfte, hat Sarah Bosetti nun offenbar eine eigene kleine Sendung. Vermutlich habe ich die ersten beiden Staffeln nur nicht mitbekommen — von verpaßt will ich nach meinem ersten Eindruck nicht mehr reden. Die Sendung ist in der ZDF-Mediathek allen Ernstes unter der Rubrik Kabarett empfohlen worden. Aber da wird in Deutschland ja ohnehin einiges sprachlich in einen Topf geworfen und manch Comedian zum Kabarettisten hochstilisiert. Außerdem hat Frau Bosetti vermutlich nicht zu verantworten in welcher Rubrik ihre Sendung landet, also sei’s drum.

In ihrem knapp siebenminütigen Monolog über die Peinlichkeit des Wahlkampfs (Titel “Bundestagswahl: Peinlichkeit des Wahlkampfs” vom 2021-09-10), den ich geschaut hatte um einen ersten Eindruck von dem Format bzw. der Sendung zu bekommen, werden von den zur Bundestagswahl zur Auswahl stehenden 53 Parteien ganze drei von ihr erwähnt. Gut, man mag die Unions-Parteien mit dem abhandengekommenen C als zwei betrachten, aber 1.) tritt die CSU nur bayernweit an, die CDU dafür dort gerade nicht und 2.) kämen wir auch mit vier Parteien nicht einmal auf 10% der antretenden Parteien. Damit ist Frau Bosetti natürlich ganz auf Linie des ÖRR, denn schon am Triell, welches man auch ohne bescheuerte Wortwahl oder krampfig implizite Angabe der Anzahl an Teilnehmern als “Schlagabtausch” hätte bezeichnen können1, nahmen schließlich auch nur Frau Baerbock, Unsympath Laschet und die wandelnde Erinnerungslücke Scholz teil. Andere Parteien existieren quasi nicht. Ach doch, im “Schlagabtausch Vierkampf” des ZDF, in dem gleich zu Anfang gelogen wird, da versprochen wird die anderen im Bundestag vertretenen Parteien zu Wort kommen zu lassen, Die PARTEI2 aber kackdreist fehlt3. Der Einheitsbrei der am Triell teilnehmenden Parteien — thematisch als auch von deren Positionierung im politischen Spektrum — nervt einfach nur.

Aber kurz nach der Hälfte des Videos nimmt sie Markus Söder auf’s Korn. Mal schauen:

Markus Söder hat vor kurzem auf Twitter geschrieben: “Noch nie war die Gefahr so groß, dass ein Linksbündnis die Macht übernimmt”. Vor lauter Aufregung hat er “die Macht übernimmt” geschrieben, obwohl er “gewählt wird” meinte.

Gerade wer Worte gern und oft auf die Goldwaage legt, wie Frau Bosetti, sollte vielleicht noch einmal den Unterschied zwischen Machtergreifung und Machtübernahme nachschlagen. Zwar halte ich Söders Attacken gelinde gesagt für polemisch-populistisch, aber für was hält Frau Bosetti denn den Wechsel von einer gewählten Regierung zur nächsten in unserer sogenannten repräsentativen Demokratie? Üblicherweise spricht man von einer Machtübergabe. Da scheint es nicht sehr befremdlich, wenn der Empfänger die Macht übernimmt, oder? Geben und Nehmen halt. Aber hey, Machtergreifung und Machtübernahme kann man ja schonmal verwechseln, um im Duktus von Frau Bosetti zu bleiben 😉

Ab Minute 5:38 wird es dann bizarr:

Die Kanzlerkandidatinnen sollten sich in Disziplinen messen, die im Alltag Relevanz haben. […]

Pardon, Frau Bosetti, so entlarvend die Tatsache ist, daß zwei der Kanzlerkandidatinnen — oder waren es Kanzlerkandidat:innen und ich habe den unausgesprochenen Doppelpunkt überhört? — männlich sind, so entlarvend ist diese verkrampfte Form des Genderns. Wobei sich mir schon beim Wort “Gendern” regelmäßig die Fußnägel kräuseln. Kurz davor spricht sie noch von “Erzieherinnen und Erziehern”. Alles wunderbar, kann man so machen, auch wenn Männer ganz klar im Beruf unterrepräsentiert sind und daher vielleicht nicht in gleichem Maße eine Erwähnung wert sind wie ihre Kolleginnen4.

Vor lauter Aufregung sagt Frau Bosetti “die Kanzlerkandidatinnen” (mit oder ohne Doppelpunkt spielt eigentlich keine Rolle), obwohl sie “die Kanzlerinkandidatin und die Kanzlerkandidaten” meinte5.

Doppelt gemoppelt? Stimmt: Frau Baerbock ist bereits bei “Kanzlerkandidaten” repräsentiert, warum sie also nochmals Kanzlerkandidatin (und dann noch im Plural) nennen? Nun, gerade Teile der Grünen bemühen sich ja redlich dem Rest der Bevölkerung diese sprachlich falsche Extrawurst aufzunötigen. Und der ÖRR macht in großen Teilen bereits mit. Ohne jegliche gesellschaftliche Debatte, ohne jegliche Bemühung der Konsensfindung innerhalb der Gesellschaft. Außerhalb der eigenen Filterblase gibt es ja im Grunde auch nur alte weiße Männer (anti-rassistischer Fachbegriff!) und Nazis6. Daß Sprache sich sehr wohl auf das Denken auswirkt wird eher als Grund für diese einseitig eingeführte Gender-Sprachregelung mit dem Doppelpunkt gewertet, als dagegen.

Ohnehin, warum sagte Frau Bosetti fälschlicherweise “Kanzlerkandidatinnen” wenn doch Frau Baerbock klar Kanzlerin werden will und sie damit eine Kanzlerinkandidatin ist? Das verwirrt mich jetzt! Schreiben Sie mir doch einfach ein Gedicht Frau Bosetti, falls Sie das hier überhaupt jemals zu Gesicht bekommen7 😉

// Oliver

  1. Ich sehe übrigens gerade, während ich diese Zeilen schreibe, daß die Bezeichnung “Schlagabtausch” offenbar für das ZDF deren Format der “zweiten Reihe” reserviert war. []
  2. Offenlegung: ich bin seit einigen Jahren Mitglied. []
  3. Ja, liebe Moderatoren des ZDF: die Wortwahl ist auch hier wichtig. Wenn ihr Fraktionen meintet hätte die Union in Form der “CS”U eben nicht nochmal an dieser Veranstaltung teilnehmen dürfen. Aber wenn ihr Parteien meintet, fehlt nunmal ganz klar mindestens Die PARTEI. Siehe auch Wikipedia. []
  4. Im Vor-Genderismus-Deutsch; also ausschließlich weibliche Erzieher. []
  5. Ach Quatsch: Frau Bosetti ist — laut Wikipedia — schließlich Satirikerin. Die hat das Wort mit Kalkül so benutzt und auch Machtergreifung und Machtübernahme auch nicht verwechselt … []
  6. … und Leute die begriffen haben, daß dieses identitätspolitische Genderblabla und diverse andere Auswüchse — die auf’s Konto der Generation Beleidigt gehen — mit links so wenig zu tun haben wie die SPD von 2021 []
  7. Ich möchte es jedoch bezweifeln. Aber ohnehin erlaubt weder extra3 noch Ihr Sendeformat, Frau Bosetti, eine direkte Gegenrede. Also können wir es auch lassen. Denn wer vom Recht zur freien Meinungsäußerung Gebrauch macht, muß bekanntlich auch mit der Gegenrede umgehen können. Andererseits sind Monologe und ansonsten Debatten innerhalb der eigenen Filterblase halt auch einfach besser für die eigene seelische Gesundheit. []
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Laschet und Gedöns

“Laschet, laß et!” möchte man ihm zurufen. Ich hatte mich Anfang des Jahres schon einmal zu dem Thema geäußert.

Aber Schlafpille und wandelnde Erinnerungslücke Olaf Scholz ist auch nicht besser. Bliebe noch Frau Baerbock, die zwar aus der Gruppe am sympathischsten wirkt und auch deutlich photogener als ihre Mitbewerber oder die Amtsinhaberin, aber … mmmnja.

Einerseits möchte man geradezu, daß auch einmal eine Mutter im Kanzleramt einzieht. Andererseits hat es bisher nur Kanzlermaterial aus den gebrauchten Bundesländern gegeben. Ü40 ist das nicht verwunderlich und bei Angela Merkel kann man sich trefflich streiten. Aber geboren ist die nunmal auch in Hamburg; und ob sie ohne diesen Bonus auch ins Amt gehievt oder vorher ausgesiebt worden wäre, darf bezweifelt werden. Aber wie wäre es denn mal mit Ü40- oder Ü50-Kandidaten gebürtig aus Dresden, Rostock, Chemnitz, Schwerin oder Leipzig?

Außerdem stört mich an SPD und Grünen, daß sie ohnehin keine Alternativen bieten. Sie sind beide nur noch pseudo-links und halten der Linken vor links zu sein. Sie alle eint mit der CDU und CSU mehr als sie trennt, auch wenn Markus Söder nicht müde wird von einem “Linksrutsch” zu faseln1. Alle sind stramm pro-NATO, pro-USA, anti-Rußland und so weiter und so fort. Westen gut, Osten böse. Wertewestliche Menschenrechtsverletzungen an Assange gut, russische an Nawalny böse. Man kann nicht genug fressen, so viel möchte man kotzen bei dieser allgemeinen Alternativlosigkeit im Politikbetrieb so kurz vor der Bundestagswahl.

“Liberale” gibt es mittlerweile in drei Ausprägungen:

  • Mit Gewissen: Bündnis 90/Die Grünen
    Relativ marktliberal bis -radikal gibt man sich bei den Grünen und wenn es um Freiheitsrechte geht, machen die sich in Wahlkampfversprechen auch immer gut. Wie es dann im Politikbetrieb wirklich aussieht, steht auf einem anderen Blatt. Ansonsten bestimmen die Realos das Geschehen und “Parteilinke” wie Anton Hofreiter dienen in eigenen Reihen allenfalls der Bespaßung, auch wenn er nach außen (siehe Söder) Angriffsfläche bietet. Wie überall in Parteien werden alle früher oder später eingenordet oder fliegen aus den Wahllisten.
  • Ohne Gewissen: AfD
    Die AfD bedient jenen Flügel den sich die FDP schon vor Jahrzehnten abgeschüttelt hatte, nämlich den nationalen. Dabei ist sie nicht weniger marktradikal, biedert sich aber in ihren Parolen zum harten Durchgreifen eher dem rechten Rand der Unionswähler und eben waschechten Nazis an. Dabei vermag sie es virtuos auf der Klaviatur menschlicher Vorurteile zu spielen und dabei auch und gerade enttäuschte Ostdeutsche2 zu begeistern; und dies oft mit Personal aus den gebrauchten Bundesländern. Zugleich übt sie sich in polemischer Kritik an aktuellen Bürgerrechtseinschränkungen die — ginge es nach ihrem Rechtsaußenflügel — ohne Umschweife in einer Gesellschaft nach ihren Vorstellungen abgeschafft würden.
  • Schizophren: FDP
    Die FDP weiß mittlerweile nicht mehr ob sie nun Bürgerrechtspartei sein will oder kompromißlose Verfechterin des Marktradikalismus. Die alte Garde stirbt langsam aus und ein Sieg des marktradikalen Flügels zeichnet sich ab. Gleichzeitig ziert man sich das nationalliberale Erbe von einst anzuerkennen und äußert sich tugendprotzerisch zur AfD wie es eben gerade gesellschaftlich und politisch opportun ist, auch wenn man in anderen Punkten so weit nicht voneinander entfernt ist. Wie Marktradikalismus mit Bürgerrechten zusammengeht, sollte mir vielleicht auch erst einmal jemand erklären.

Die Unions-Parteien faseln ständig von Problemen in unserem Land, waren aber in den letzten 40 Jahren 80% der Zeit an der Macht. Daß die regierungsfähig sind, haben sie bewiesen. Konservativ sind sie auch, weil sie seit jeher die eigenen Pfründe und die der Bezieher leistungsloser Einkommen gegen die Mehrheit der Bevölkerung bewahrt haben. Wobei es unter Kohl noch Besteuerungen gab, die heute als ungeheuerlich wahrgenommen würden. Man fragt sich inwieweit diese Parteien auch nur ein μ für die Zukunft beizutragen haben … und kann sich das bei Friedrich Merz als einem Posten in Laschets Zukunftsteam auch direkt selbst beantworten. Nix. Dennoch stehen die Chancen nicht schlecht, daß auch diesmal dumm gewinnen wird, weil unser Wahlsystem dies begünstigt. Wieso ein Claus Weselsky allerdings in der CDU ist, erschließt sich mir nach wie vor nicht. Ich vermute eine taktische Parteimitgliedschaft, um Kritik aus dieser Richtung abzumildern. Es sei ihm und der CDU gegönnt!

Wetten werden auch angenommen bezüglich der Frage ob der kommende Bundestag mehr oder weniger als 709 von 598 Abgeordneten umfassen wird.

Ich werde wohl wählen gehen um mir entsprechende dumme Sprüche nicht gefallen lassen zu müssen. Aber es wird wohl jene Partei sein die für mich als einzige noch wählbar ist, auch wenn der Wahl-o-mat mich nochmal weiter links verortet. Im aktuellen Bundestag ist diese Partei mit einem Abgeordneten vertreten und sie ist sehr gut!

// Oliver

  1. Wie rechts muß man eigentlich denken um bei SPD und Grünen — außer vielleicht in historischen Kontexten — von links zu faseln? []
  2. zur Erinnerung, ich bin auch nicht aus den gebrauchten Bundesländern! []
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Dieser Haß auf die GDL und Weselsky ist faszinierend

Claus Weselsky erscheint mir nicht gerade wie ein unehrlicher Typ. Vielleicht nicht immer jemand der ein gutes Gedächtnis hat, oder jemand der manchmal mit zweierlei Maß mißt, aber unehrlich eher nicht.

Sehr gut fand ich beispielsweise das Interview mit ihm von jung & naiv.

Während sogenannte “christliche Gewerkschaften” seit Jahren aktiv eine moderne Form der Ausbeutung, um nicht zu sagen Sklaverei, befördern: “Zeitarbeit”, ist er ein Gewerkschaftsführer der sich wahrlich für die Mitglieder seiner Gewerkschaft einsetzt. Die direkte Konkurrenz der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hingegen hatte sich geradezu kampflos mit einer Nullrunde für die Mitglieder abgefunden.

Während also über die Jahrzehnte die Möglichkeiten und Rechte der Gewerkschaften immer weiter geschliffen wurden, während das Tarifeinheitsgesetz die Tarifautonomie klar aushebelt, während sich immer mehr Gewerkschaften und ihre Bosse nicht für ihre Mitglieder einsetzen (ja, das gilt auch für die Elefanten bzw. Wale auf dem Gebiet), zeigt hier endlich mal wieder eine Gewerkschaft “Zähne”.

Was ist denn daran falsch?

Überraschend — aber eigentlich auch wieder nicht — ist die Vehemenz mit der die Mehrheit der sogenannten Journalisten mit Meinungsstücken gegen die Position der GDL agitiert und nicht selten ad hominem gegen Weselsky (“sächselt” u.ä.). Wenn süddeutsche Politiker “als” und “wie” nicht auseinanderhalten können, regt sich keiner über sie auf. Auch wenn das “s” zum “sch”, regt sich kein Widerstand. Aber wenn einer mit ostdeutscher Biographie es wagt sich – gegen den teilprivatisierten Staatsbetrieb Deutsche Bahn – stellt, dann keilt man los. Schließlich sächselt er1. Man könnte geradezu sagen er ostdeutscht. Sicherlich, das ist stereotyp, aber bedient eben auch jede Menge existierende Vorurteile und ist daher vor allem wirksam. Damit läßt sich Meinung machen, damit kann man agitieren und spalten. Chapeau!

Es ist auch deshalb nicht wirklich überraschend, weil viele der sich so nennenden “Journalisten” jegliche Neutralität und Vollständigkeit in der Berichterstattung schon seit langem vermissen lassen. Und da sie selbst mit einem der ihren — Julian Assange — keine Solidarität kennen und das wertewestliche Narrativ des selbstverliebten, arroganten Schwedinnenvergewaltigers übernehmen, anstatt sich einmal eingehend mit den Ermittlungen eines Nils Melzer2 auseinanderzusetzen, darf es nicht verwundern, wenn die Vorstellung von Solidarität anderer gesellschaftlicher Gruppen untereinander ihnen fremd ist.

Aber insbesondere der “gebühren”-finanzierte sogenannte öffentlich-rechtliche Rundfunk hat sich hierbei nicht mit Ruhm bekleckert und ziemlich unisono die Kritik an der GDL übernommen, es bei der Berichterstattung über die Details der vermeintlichen Angebote der Bahn aber nicht immer ganz genau genommen. Da kann schonmal — und das ist sicher nicht ganz unbeabsichtigt — der Eindruck entstehen die GDL sei die Böse in dieser Geschichte und die Bahn die Gute; obwohl jedem der in den letzten zehn Jahren einmal Bahn gefahren ist klar sein dürfte, daß diese schwarzweiße Sichtweise unhaltbar ist. Während sich die die Bahn also in Tugendprotzerei übt und vorgibt bei diesem Streit im Sinne ihrer Kunden vorzugehen, ist ihre Erfolgsbilanz der letzten in dieser Hinsicht bestenfalls als ernüchternd zu bezeichnen.

Bleibt solidarisch mit der GDL!

Freiheitsrechte, Bürgerrechte, Menschenrechte und Arbeitnehmerrechte sind unter Beschuß. Immer. Von vielen Seiten. Das was den Schützen in die Hände spielt ist Zwist. Daher wird dieser gesät wo es nur geht.

// Oliver

  1. Faktisch meißnert er, aber geschenkt, die Bewohner des Freistaats Sachsen wissen ja selbst nicht, daß sie mit den ursprünglichen Sachsen außer dem Namen nichts gemein haben. []
  2. … und dessen Schlußfolgerungen daraus []
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Faxen dicke – Spannend, wie negative Rezensionen bei Amazon.de einfach nicht freigeschaltet werden

Vor einem reichlichen Jahr berichtete ich darüber, wie bei der deutschen Amazon-Webseite offenbar still und heimlich negative Rezensionen unterschlagen werden. Es scheint aber nicht nur negative Rezensionen zu treffen und es erfolgt auch nicht immer still und heimlich.

Heute schrieb ich eine positive Rezension auf Amazon.de zu dem Buch Windows 10 System Programming, Part 1. Darin beschrieb ich teils den Inhalt, verwies unter anderem auf die GitHub-Repositories des Autoren (indem ich sein Kürzel zodiacon, jedoch keine URLs, nannte) und stellte dieses Buch den Büchern von Jeffrey Richter (ISBN 978-0735624245) und Johnson M. Hart (ISBN 978-0321657749) gegenüber (diese hatte ich über Amazons Wiki-Syntax verlinkt, also per [[ASIN:Nummer Beschreibung]]). Außerdem verwies ich auf den zweiten Teil (wiederum ohne Nennung von URLs oder auch nur einer Erwähnung von Leanpub), welcher aktuell noch in Arbeit ist. Weiterhin pries ich die Tatsache, daß dieses Buch echtes Wissen vermittelt statt Mißverständnisse zu kolportieren und weiterzuverbreiten wie man das in Sachen Windows-Interna auf StackOverflow häufiger findet. Dabei fiel auch der Begriff StackOverflow.

Bei Rezensionen stecke ich eine Menge Zeit rein, wie mein Beitrag vom letzten Jahr schon andeutete. Bei Amazon passierte dies hiermit heute wohl zum letzten Mal, denn ohnehin hatte ich seit letztem Jahr heute erstmals wieder Rezensionen verfaßt. Aber dies war jetzt der Tropfen der das Faß zum Überlaufen brachte. Continue reading

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Just booted a Windows 2000 VM I archived 15 years ago

This was certainly one of the stranger, but also very intriguing things I’ve done so far this year.

Alone the fact it’d prompt you for the setup CD (!) when simply removing one keyboard layout and configuring another as the default (both had been installed before). Since Windows 7 or so I’ve not been prompted for the setup media anymore.

Currently I’m trying to get VS2019 to build binaries which will eventually run on Windows 2000 or XP. Haven’t settled on the exact version, yet. But XP is more likely, to be honest.

// Oliver

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Key witness for US in Assange case recants testimony

This is big, but I doubt that it’s going to change anything for Assange really. The British judge proved the UK is in bed with the US to keep Assange locked up. There is no other explanation for the January ruling which pretty much said the extradition was not okay for human rights reasons, but the US allegedly had a valid case against him1.

Let’s hope it helps Assange and let’s continue to support his legal defense.

// Oliver

  1. according to the judge []
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Einsprüche, Widersprüche und Widersprüchlichkeiten

Als ich auf die Aktion der Künstler aufmerksam gemacht wurde, dachte ich so bei mir “Oh, das ist aber gewagt”. Was aber an diesem Gedanken bemerkenswert ist, ist die Tatsache, daß er eine bereits existierende Schere in meinem Kopf offenbart hat. Eine Schere, die mir als ehemaligem Jung- und Thälmann-Pionier bekannt vorkam1.

Noch immer denke ich, daß die Aktion gewagt war. Denn im heutigen Empörzeitalter und mit der allgegenwärtigen Cancel Culture bedeutet die Teilnahme an der Aktion, daß die besagten Künstler nicht etwa allein argumentativen Gegenwind bekommen2 — etwas was man von einer gesunden Debatte erwarten würde –, sondern daß sie riskieren ihre Karriere zu beschädigen oder zerstört zu bekommen. Wir werden es in den nächsten Jahren sehen welche der Künstler wir in welchen Rollen weiterhin zu sehen bekommen. Cem Ali Gültekin ist beispielsweise häufig in extra 3 als “Rollo” (der rasende Reporter) zu sehen gewesen. Continue reading

  1. Im Gegensatz zu unserer Kanzlerin habe ich es bis zur FDJ aufgrund zu späten Baujahrs nie geschafft. []
  2. Die Behauptung ist ja immer, daß das Vertreten einer Meinung einem nicht das Recht einräumt diese unwidersprochen zu vertreten. Dies wird sehr häufig angebracht. Dieses Argument wäre sogar stichhaltig, so denn eine Debatte erlaubt und gewollt wäre. Da aber die Widersprüche häufig in Form und Menge jegliche Debatte von vornherein verunmöglichen, handelt es sich in diesem Fall um ein plattes Totschlagargument. []
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Die Reaktionen auf die allesdichtmachen-Aktion

Holla die Waldfee. Was für ein Empörungssturm brach da über die Künstler herein. Jan Josef Liefers wird quasi unisono als führender Kopf hinter der Aktion genannt. Die Betonung in der Berichterstattung liegt klar — und recht einseitig — auf der Kritik an der Aktion, sei es von (Schauspieler-)Kollegen oder von anderen Promis. Der Spiegel untertitelt seinen Beitrag mit:

Nora Tschirner und andere finden deutliche Worte.

Nun finde ich Frau Tschirner eigentlich relativ sympathisch und auch lustig, aber hier hat die sprichwörtliche (Selbstzensur-)Schere im Kopf wohl jegliche Denkprozesse vorab zurechtgestutzt. Denn das war — ganz klar für jeden mit einem mindestens durchschnittlichen Intellekt gesegneten Menschen — das Ziel: zum Nachdenken wollten jene rund fünfzig Schauspieler anregen. Mit zugespitzten und überspitzten Gleichnissen, landläufig auch als Satire bekannt. Ja, auch wenn sich die Künstler als Schauspieler1 vorstellen und nicht Satiriker, ist dies hier dennoch klar das Mittel der Satire.

Ohnehin hat man bei einigen Journalisten die sich an einer neutralen Berichterstattung versuchen das Gefühl sie hätten sich überhaupt nicht die Mühe gemacht alle Videos mindestens einmal anzuhören (zu schauen gibt es bis auf die Mienen der Schauspieler ohnehin wenig).

So haben wir denn, einen Tag nachdem ein offenkundig nicht sonderlich verfassungskonformes Gesetz es bis zur Unterschrift durch den Bundespräsidenten geschafft hat, einen Haufen Leute die mit Dreck nach Künstlern werfen, anstatt eines Proteststurms gegen das frisch erlassene Gesetzeswerk. Soviel zum Zustand unserer wertewestlichen, “repräsentativen”, freiheitlich-demokratischen Grundordnung und zum Zustand der angeblichen Kontrollinstanz Presse.

Besonders interessant fand ich auch — und in mindestens drei der Videos wurde genau das vorweggenommen — daß die Kritiker sofort in die rechte Ecke gestellt wurden. Ohne Umschweife. Offenbar reicht der Applaus aus einem gesellschaftlich geächteten Lager um das Ansinnen der Maßnahmenkritiker auszuräumen.

Ich hoffe daß dieses Privileg auch Die Linke hat und damit die Opposition in Zukunft über ein mächtiges Instrument verfügt mißliebige Gesetzesentwürfe der jeweiligen Regierungskoalition zu kippen. Denn nach der Logik der “Noch ganz dicht?”-Rufer sollte der Applaus von falscher Seite ja ausreichen um jeglichen Ansinnen die Grundlage zu entziehen. Applaus und Zustimmung aus dem Lager der Opposition sollte also Anlaß genug sein, daß die jeweilige Regierungskoalition ihre Gesetzentwürfe zurückzieht.

Zu einem starken Brechreiz führte bei mir dieser Kommentar von Julia Westlake vom NDR Kulturjournal, in dem sie den Künstlern auf den Weg gibt: “Nachdenken hilft!” … “Ja”, möchte man entgegnen “nachdenken hilft! Wann fangen Sie selbst damit an?” … denn nichts anderes wollten die Künstler bei ihrem Publikum auslösen.

Am legitimsten fand ich noch die Kritik von Tobias Schlegl, auch wenn deren Form aus meiner Sicht nicht unbedingt angemessen war. Aber auch Herr Schlegl verkennt ganz offenbar die Stoßrichtung und das Stilmittel der Kritiker. Nur weil die Maßnahmen, bzw. deren Widersprüchlichkeit satirisch auf- und angegriffen werden, bedeutet dies ja nicht, daß das Virus oder dessen Auswirkungen geleugnet würden. Aber wir beobachten es ja schon seit Monaten, daß auch bei diversen Demos die schrillsten Stimmen und die buntesten Figuren herausgepickt und als repräsentativ hingestellt werden. Der Rest wird dann einfach in die gleiche Schublade gesteckt.

Bemerkenswert auch der Schwund an Videos im Tagesverlauf. Am Morgen waren es noch 51 Videos von insgesamt 50 Künstlern. Heike Makatsch hatte wohl bereits vorher einen Rückzieher gemacht. Am frühen Nachmittag waren es noch 47 Videos von 46 Künstlern und beim Verfassen dieser Zeilen am Abend sind es noch 45 Videos von 44 Künstlern. Einfügung: Nach 20:00 Uhr waren’s nur noch 42. Weitere Einfügung: Kurz vor Mitternacht waren’s nur noch 41. Einfügung weitere 24 Stunden später: Da waren’s nur noch 34. Zum Glück habe ich Backups aller 51 Videos gemacht.

Künstlerschwund

Klar, das haben die von sich selbst aus gemacht. Hat nichts mit dem inszenierten Empörungssturm gegen die Künstler zu tun oder mit den darauffolgenden Pressestimmen. Die haben sicher einfach nur erkannt, daß es — im Sinne von Cancel Culture und Empörzeitalter — ihrer Karriere dienlicher ist, wenn sie einen Rückzieher machen. Gaaaanz freiwillig und aus freien Stücken … 😉

// Oliver

  1. bzw. Filmemacher []
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#allesdichtmachen #niewiederaufmachen #lockdownfürimmer

Vielen Dank an die Künstler welche hier mitgemacht haben. Bin gespannt bei “Rollo” (extra 3) ob er auch einen Rückzieher macht oder nicht … oder ob er vielleicht für seine Teilnahme abgestraft wird.

// Oliver

PS: leider wurde schon die Domain allesdichtmachen.de zugemacht. Mal sehen ob vorläufig.

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Unprofessional, hopeless, Sectigo

In February I applied for an AuthentiCode code-signing certificate for personal projects. I decided to go with KSoftware, a reseller of Sectigo certificates. That was February 15th.

TL;DR: More than two months and dozens of emails later I’m none the wiser and still have no certificate I can work with.

As you may know getting a code-signing certificate as an individual is a daunting task. Sometimes I feel that OV1 is tougher to get through than creating a shell company and applying for an EV2 certificate as such. I have some prior experience getting code-signing certificates from StartCom, Symantec and Certum, in several cases with renewals. Until Sectigo Symantec was the most troublesome to get, because they require you to see a notary which will validate your documents and attest that you are you in a legally binding fashion. Unfortunately the whole process — US-centric as all code-signing businesses are — completely misses the fact that a Notar in Germany is far more official than a notary in common law countries. Oh well.

Either way, so I set out to get a code-signing certificate. The first bummer of course was that definite instruction not to use anything other than actual Internet Explorer. Not Edge, not Firefox, not Chrome or any other browser. It had to be Internet Explorer for reasons beyond my comprehension3. Continue reading

  1. owner validation []
  2. extended validation []
  3. As a side-note: previous CAs often made this a recommendation, but they would usually also work on other browsers. []
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Giving up some domains

Just for the record, so no one gets the wrong idea from this point on, I am giving up the following domains:

  • assarbad.com
  • assarbad.info
  • assarbad.org

In the past I have given up other domains, but none of those were by far as well-visited. The above were anyway only used to redirect to my main domain (assarbad.net), so not much is lost. But in case some domain squatter uses it or someone creates a lookalike site to pretend being me in order to do something nefarious1, that’ll no longer be me.

// Oliver

  1. e.g. offer malware []
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Assange

So turns out — for now! — Assange won’t be extradited. Whether he’ll be set free on bail is yet to be seen, though1.

The thing is that the lawyers representing the US government have already said they’ll appeal the decision.

All the while Assange’s health is deteriorating in solitary under conditions described by various NGOs and Nils Melzer of the UN as amounting to torture. So the question, should Assange not be set free on Wednesday, will be how long the US can drag this out and whether Assange will survive this ordeal.

For the sake of him, the mother of his two children and the children I do hope the best for him, but if Assange isn’t immediately freed from this inhumane incarceration I fear the US may get one desirable2 outcome either way, even without extradition.

If I was religious I’d call upon you, dear reader, to pray for Assange. But instead of this call for an action that amounts to literally the least anyone could do, I’d like to encourage you to to head over to this campaign page and donate toward his legal defence. I already did and probably will again.

// Oliver

PS: As a side-note: the German government, or rather one particular official of the German government grew a spine and doubted the rule of law in the UK for the very first time. Unsurprisingly for the first time right after the oh-so-hard Brexit. And while this one official made a statement, agreement from other high-ranking officials was not heard. Therefore I want to introduce you, dear reader, to a very nice German word: fremdschämen. It means to be ashamed for someone else’s actions. Unfortunately I doubt that – unlike Kindergarten or Schadenfreude – it will find its way into English on account of the ä in it 😉
PPS: Oh yeah, and some German members of parliament also established a group demanding the release of Assange at the end of last year. Can this really be coincidence? The fact that we basically have a copy&paste last-minute “accord” with the UK, but effectively the UK is out with the turn of the year? Assange was so far rotting for some 19 or 20 months in solitary under conditions you’d expect to be reported from prisons in African dictatorships, but hey … take your time, dear representatives. It’s merely the freedom of press at stake here. It’s not like this is about the right to make profit which is way more constituting for our society these days …

  1. … allegedly to be decided on Wednesday, January 6th []
  2. … from their perspective only, and hardly in the interest of the US population either []
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“Kanzlermaterial”

Von den drei perspektivischen Kanzlerkandidaten der CDU — ich lasse mal gekonnt Spahn weg, der seinen Hut ja noch nicht in den Ring geworfen hat und sich auch aufgrund seiner aktuellen Politik eher disqualifiziert1 — kommt Armin Laschet zumeist am sympathischsten rüber.

Friedrich Merz, ein Marktradikaler wie er im Buche steht, den die MPS erfinden müßte wenn es ihn noch nicht gäbe, steht vor allem für “die wenigen da oben” gegen “die vielen da unten”. Daß man ihm eine seine besseren Ideen noch immer vorhält, darf als Treppenwitz der Geschichte gelten.

Norbert Röttgen ist Transatlantiker durch und durch und geriert sich auch in Interviews unverblümt als solcher. Im Zweifel wird der also durch die entsprechenden — natürlich unabhängigen2 — Medien den Vorschub bekommen.

Tja, und dann eben Laschet. Laschet hat einen gewissen Hang zum Nepotismus schon durchblicken lassen, aber wer von denen da oben nicht schon einmal Vorteilnahme geübt hat, möge den ersten Stein werfen 😉

Jedenfalls sieht die CDU und sehen die Medien diesen knubbeligen Politzwerg und aktuellen Ministerpräsidenten allen Ernstes als Kanzlermaterial. Klar, Röttgen und Merz werden versuchen das Rad der Zeit zurückzudrehen und die behauptete Sozialdemokratisierung der CDU in der “Ära Merkel” versuchen ungeschehen zu machen3. Aber ist dies das einzige Argument für Laschet? Die Tatsache, daß mit Röttgen und Merz weniger “Mutti-Politik” auf der Tagesordnung stünde?

Wir sollten nicht vergessen daß Laschet einer derjenigen war, die sich am Anfang der Pandemie klar gegen das Tragen von “Alltagsmasken” ausgesprochen haben. Seine Begründung damals war allen Ernstes, daß diese nachgewiesenermaßen den Träger ohnehin nicht schützten.

Dumm nur, daß jeder Unterstufenschüler und viele Grundschüler Herrn Laschet sicherlich erklären könnten, daß — sofern die “Alltagsmasken” nachgewiesenermaßen den Ausstoß von Erregermaterial (vulgo: Coronaviren) vermindern, was nachgewiesen ist — diese Masken sehr wohl auch den Träger schützen, sofern alle, oder zumindest möglichst viele, eine solche Maske tragen. Das fällt jetzt natürlich unter Solidarität, nicht gerade eine Kernkompetenz oder ein Kernthema der CDU. Frau Merkel hat davon zumindest in jungen Jahren definitiv schon mal als FDJlerin4 gehört.

Daß solche grundlegenden Zusammenhänge einem gewählten Ministerpräsidenten und “Kanzlermaterial” abgehen, ruft gewisse Fragen und Zweifel an seiner Tauglichkeit bei mir hervor und veranschaulicht mal wieder sehr schön, daß in der Politik weniger Fachkompetenz als vielmehr langer Atem und gut Kungeln Erfolg versprechen.

// Oliver

  1. … obwohl … in den oberen Etagen ist das was einen Kandidaten für das schnöde Wahlvolk disqualifiziert ja häufig ein qualifizierendes Merkmal []
  2. Nicht von Geld, aber von der Regierung unabhängig, nehme ich mal an … []
  3. Leider vergessend, daß eher weniger die CDU sozialdemokratisiert wurde, sondern vielmehr die SPD sich seit einigen Jahrzehnten thematisch eher Richtung CDU oder überhaupt nicht bewegt. Schön hierbei auch die Tatsache, daß die beiden Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidat Olaf Scholz in ihrer politischen Ausrichtung verschiedender kaum sein könnten. []
  4. … und dementsprechend vermutlich davor Pionierin []
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Flashing Tasmota to the Gosund SP1, easy and hard way

If you ended up here it’s because you’re a subscriber or a web search led you here. Great.

Tasmota is likely on your radar already and you’re trying to flash a Tuya-based ESP device with Tasmota.

Easy way

The easy way, whenever it works, is great. It only takes a few minutes. Use a recent Ubuntu or any of the alternatives described on the tuya-convert project page. Make sure to have it install all prerequisites and after that execute start_flash.sh and read as well as follow the instructions given.

The part which I accidentally forgot for one out of four SP1 plugs was to connect some other device to the vtrust-flash access point prior to attempting flashing the smart plug. The device ended up in some strange state from which I was unable to recover it. Which brought me to the hard way.

Hard way

That was still of a surprisingly moderate difficulty, but definitely more challenging overall.

All my steps I attempted from a Ubuntu 20.04.

Prerequisites:

  • Unplug the smart plug from mains!
  • Soldering iron
  • A few jumper cables
  • Any method which can be used to flash an ESP (another ESP usually works fine), I ended up using the FTDI-based DSD Tech SH-U09C5 USB-to-TTL UART converter cable which can be configured for 3.3 V via a jumper1
  • Triangular bit for the triangle screws of the casing

Opening up the casing was easy. The board of my Gosund SP1 showed SP1-C_V2.4 with a timestamp 20181101 as the hardware revision. By gently pulling the clamps on either side you can unlock the main PCB from its fixed position. Be careful, though. The cables normally connected to mains are soldered and you can only move the main PCB so much.

So first I shorted the GND and IO0 soldering pads on the back of the ESP board using a jumper wire, which I soldered on. Not pretty but does the job. Continue reading

  1. Before that I was failing at getting my Bus Pirate into UART bridge mode, oh well. []
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