Die Zauberflöte in der Staatsoperette Dresden

Gestern war ich zu einer Vorstellung der Zauberflöte in der Staatsoperette Dresden. Es war wunderbar.

Vor ungefähr zweieinhalb Jahren hatte ich mir schon in der Deutschen Oper in Berlin eine Inszenierung von Mozarts Zauberflöte angeschaut. Die Inszenierung damals war durchaus imposant, aber einige der Elemente – bspw. der Bezug zur ägyptischen Mythologie – waren, außer im Text, nicht ersichtlich. Die Bühne in Berlin ist deutlich größer und so auch der Saal und das Orchester. Und dennoch fand ich die Vorstellung in Dresden einfach charmanter.

Trotz der kleinen Bühne, war das Bühnenbild nicht so spartanisch ausgestattet wie in Berlin. Allerdings wurde bei einigen Dingen – vermutlich aus Geldmangel – auch auf die Fantasie der Besucher gesetzt. Beispielsweise gab es nicht wirklich einen Baum an dem sich Papageno erhängen wollte, sondern einfach eine Schlinge die von oben herunterhing. In Berlin hatte es an dieser Stelle wirklich einen Baum, bzw. ein knorriges Gebilde welches sich ohne viel Fantasie als Baum erkennen ließ.

Der Text wich in einigen Punkten mehr oder weniger deutlich von dem ab was ich bisher aus Berlin und von einer österreichischen Aufnahme kannte. An den deutlich wahrnehmbaren Stellen war dies aber meines Erachtens nach dem Verständnis dienlich, wenn Besucher beispielsweise die Handlung noch nicht kannten. Wie zu erwarten war die Arie der Königin der Nacht (“Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen …”) einer der Höhepunkte bei den Besuchern und Papageno mit seiner Papagena die beliebtesten Charaktere. Die Sklaven waren in den Arbeitsanzügen der Techniker der Staatsoperette unterwegs, was dem Ganzen auch einen modernen Anstrich verlieh ohne jedoch die Handlung zu stören oder ins Lächerliche zu ziehen.

Die drei Knaben waren leider etwas schwach auf der Brust und es klang manchmal als wären sie (oder einer von ihnen) heiser. Das machte es schwer sie zu verstehen – vielleicht könnten da Mikrofone Abhilfe schaffen. In jedem Fall waren auch ihre Rollen sehr liebevoll inszeniert. Nur an einer Stelle glitt es für mich ein wenig ins Lächerliche ab, als sie Taminos Kampfesmut herausforderten (in Boxershorts und mit Boxhandschuhen). Aber das ist vielleicht Geschmackssache und machte keinesfalls den Gesamteindruck kaputt. Vielleicht zeigt es auch nur, daß ich älter werde ;)

An einer Stelle fielen zwei der Schauspieler aus ihrer Rolle, was meines Erachtens nach gewollt war und entsprechend auch Lacher im Saal hervorrief. Nämlich als Papageno erkennt, daß “die Alte” eigentlich seine Pagagena ist und dennoch sofort wieder von ihr getrennt wird. An dieser Stelle sagt er etwa, daß die Erde ihn doch verschlingen möge. Papageno stampft also auf den Boden und springt so herum damit ihn die Erde doch verschlinge, als ihm einer der “Eingeweihten” auf die Schulter tippt und sinngemäß meint: “Sie können hier herumstampfen wie Sie wollen, Herr Kollege. Die Staatsoperette hat keine Versenkung.” – einfach köstlich! :mrgreen:

Es gab so viele schöne Details die der Inszenierung einen humorvollen Unterton gaben wo es sich anbot. Man muß es einfach selbst erleben. Ich kann den Besuch dieser Zauberflöte in der Staatsoperette Dresden nur wärmstens empfehlen.

// Oliver

PS, als Hinweis: es gab keine Über- oder Untertitelung.
PPS: Eine Parkmöglichkeit bot sich für zwei Euro auf dem Parkplatz des REWE nebenan.

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5 Responses to Die Zauberflöte in der Staatsoperette Dresden

  1. Michael Puff says:

    Hi,
    wie geht es dir? Ich dachte du wärst auf Island? Oder hast du gerade Fronturlaub? ;-)

    Viele Grüße, Michael.

  2. Oliver says:

    Hallo Michael,

    mir geht’s gut. Und selber? Alles gut überstanden?

    Ich arbeite noch auf Island, ja. Und ja ich bin derzeit hier auf Urlaub.

    Gruß zurück,

    // Oliver

  3. Michael Puff says:

    Hallo,
    mir geht es soweit ganz gut. Bin aber noch mitten drin in der Chemo.

    Viele Grüße, Michael.

  4. Oliver says:

    Na dann drücke ich mal die Daumen, daß sie dir helfen möge.

    Gruß zurück,

    // Oliver

  5. Michael Puff says:

    Danke. Aber ich denke, das wird schon.

    Viele Grüße.

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