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Da ich meine Petition "Gott und" aus der Präambel des Grundgesetzes (GG) zu streichen leider nicht eineindeutig formuliert habe, ging man im Bundestag wohl davon aus, ich wolle die ganze Formel (erster Satz der Präambel GG) streichen lassen. Dies ist natürlich nicht der Fall. Ich verlange nur, den Teil "Gott und" zu streichen, da mich das als Atheist schon tangiert. Aber da sieht man einmal mehr die Mehrdeutigkeit des Wortes (Petitions-)Ausschuß. Ich habe hier einmal:
online gestellt. Den Beschluss habe ich nicht eingescannt, da dies nur mehr Daten
bedeutet hätte. Ich kann dies aber gern noch tun, falls es gewünscht wird. Besonders pikant ist die Tatsache, dass am gleichen Tag im Bundestag auch über
den Gottesbezug in der EU-Verfassung diskutiert wurde:
Protokoll Ein weiterer Punkt liegt uns sehr am Herzen: Es wird gesagt, es gebe in Europa unterschiedliche Traditionen hinsichtlich der Verankerung von religiösen Überzeugungen in Verfassungen. Das ist hier zutreffend referiert worden. Wir möchten aber auf einen wichtigen Unterschied hinweisen: Auf der einen Seite steht die weltanschauliche Neutralität des Staates, wie das auch für den Staat des Grundgesetzes gilt. Auf der anderen Seite aber ist eine Gesellschaft nur dann stark - das gilt gerade vor großen Herausforderungen -, wenn sie sich auch einer klaren Wertegrundlage bewusst ist und wenn sie diese klare Wertegrundlage auch in ihren Verfassungsdokumenten benennt. Deswegen sind wir für klare Verweise auf die Bedeutung des Christentums für unsere Wertüberzeugungen und auf die Verantwortung des Menschen vor Gott in seinem politischen Handeln. Der Gottesbezug ist mehrfach angesprochen worden. Ich warne ausdrücklich davor, diese Diskussion entlang von Fraktionslinien zu führen. Unterstellen Sie bitte nicht, dass es nicht auch in anderen Fraktionen Kolleginnen und Kollegen gibt, die für einen Gottesbezug eintreten und sich engagiert dafür einsetzen. Der Gottesbezug geht alle an. Man darf sich nicht nur auf das vermeintlich christliche Abendland konzentrieren. Zweitens. Die europäische Verfassung - falls es überhaupt eine Verfassung ist - kann nicht ein wertfreies Europa begründen. Der jetzige Entwurf der Präambel des Verfassungsvertrages ist beliebig und unzureichend. Wir fordern den Gottesbezug in der Präambel. Christlich-abendländisch also ... Mist, ich gehöre doch nicht dazu. Und der Petitionsausschuß hat sich wohl doch verschrieben: "noch wird die Bundesrepublik Deutschland als christlicher Staat charakterisiert". Wenn das die CDU/CSU mitbekommt, dann gibts ein paar schöne öffentliche Verbrennungen - nämlich der Mitglieder des Petitionsausschusses.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, es gibt gute Gründe für die Aufnahme eines Gottesbezuges in die europäische Verfassung, und zwar unabhängig von den individuellen Glaubensüberzeugungen. Denn alle, zumeist totalitären Staaten, die sich der menschlichen Grenzen nicht bewusst waren, haben allzu oft die Menschen ins Unglück gestürzt. Doch wir wissen auch, dass gerade in Frankreich die konsequente Trennung von Religion und Staat zu den grundlegenden Prinzipien der Republik zählt. Ich halte daher die Überlegung der Präsidentschaft für interessant, nicht nur das christliche Erbe Europas, sondern auch den säkularen Charakter der Institutionen der Mitgliedstaaten in der Präambel zu betonen. Die Bundesregierung unterstützt auch hier die Präsidentschaft in ihrem Bemühen, in den abschließenden Beratungen zu einem konsensfähigen Vorschlag zu kommen. Abschließend möchte ich noch eine Anmerkung zum Antrag der CDU über die Aufnahme des Gottesbezugs, über den wir namentlich abstimmen werden, machen. Den (Witz?!) finde ich eigentlich besonders pikant. Herrgott, zusammengesetztes Substantiv aus Herr (Einzahlwort mit Einzahlbezug) und Gott (Einzahlwort mit Einzahlbezug). Kommt das aus dem gleichen Kontext wie Herrenrasse, zusammengesetztes Substantiv aus Herren (Mehrzahlwort mit Mehrzahlbezug) und Rasse (Einzahlwort mit Mehrzahlbezug)? Wundern würd's mich nicht, schließlich sehen scheinbar nicht nur CDU/CSu, sondern auch bush und andere Despoten eine gewisse Überlegenheit ihrer Religion, ihres Gottes. Wobei wir wieder beim Grund für meine Petition wären.
Ein weiterer Punkt, auf den ich zu sprechen kommen möchte, betrifft den Antrag der CDU/CSU bezüglich der Verankerung des Gottesbezuges im europäischen Verfassungsvertrag. Der eine oder andere wird mir abnehmen, dass auch ich sehr dafür wäre, den Gottesbezug in noch stärkerer Weise in der europäischen Verfassung zu verankern und nicht nur, wie es jetzt vorgesehen ist, die Rolle der Kirche nach der jeweils verschiedenen Rechtstradition in Europa anzuerkennen. Das spielt gerade bei uns in Deutschland eine wichtige Rolle. Ich wäre sehr für eine Anerkennung und einen Bezug auf Gott, weil damit deutlich würde, dass wir als Menschen und damit auch als Politiker nicht allmächtig sind, nicht über alles verfügen und alles machen können. Ich denke, das ist ganz wichtig. Deshalb würde ich das sehr begrüßen. |
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